El Tinku

Der Tinku beschreibt ein Fest aus prähispanischer Tradition in der bolivianischen Stadt Macha im Departement Potosi und trägt zugleich den Namen eines Kampfrituales, bei welchem sich heute noch indigene Dorfgemeinschaften aus den Regionen von Potosi und Oruro in Bolivien zu Ehren der „Pachamama“, der Mutter Erde, im Monat Mai treffen, um als Fruchtbarkeitsopfer miteinander unter gleich starken Gegnern zu kämpfen.

 

Tinku bedeutet in der Quechua-Sprache: Begegnung. Der Tinku wird von den beteiligten indigenen Volksgruppen nicht als Demonstration der Gewalt gesehen, sondern als Fruchtbarkeitsritual bzw. als Symbol für das Leben, das im Glauben der indigenen Urbevölkerung aus Gegensätzen besteht, die im Gleichgewicht zueinander stehen müssen. Der aus dieser Tradition abgeleitete Tanz ahmt das kämpferische Aufeinandertreffen nach. Die Kleidung der Frauen besteht aus der Almilla, einem langen, schwarzen und am Saum reich bestickten Kleid, einem Tragetuch und einem ebenfalls bunt mit Blumenmotiven bestickten Schultertuch. Für den Tinku-Tanz verwenden die Männer spezielle Helme, Monteras genannt. Die Form der aus Rindsleder gefertigten und mit Federn geschmückten Monteras erinnert an die Helme der spanischen Eroberer.